Gästebuch DSR Seeleute e.V. (MGB 0.7)
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2734 » Redaktion BORDGESCHICHTEN
Quelle: dpa / t-online.de:
Die "MS Völkerfreundschaft" gehörte zur kleinen "Traumschiff-Flotte des Sozialismus". Nun endet die bewegte Geschichte des DDR-Kreuzfahrtschiffs endgültig.
"Das war mal ein richtig stolzes Schiff", sagt Dieter Schumann wehmütig. "Und jetzt ist es ein Haufen Schrott." Der 72-Jährige war 1973 ein dreiviertel Jahr als Jungmatrose mit der "MS Völkerfreundschaft" unterwegs. Es war das erste DDR-Kreuzfahrtschiff. Die Bürger des sozialistischen Staates kamen damit zum Beispiel bis ans Schwarze Meer – nicht nur deutlich leichter als mit dem "Trabi", sondern auch in luxuriöser Umgebung. Aber auch Athen, also das "kapitalistische Ausland" und damit für DDR-Bürger als Reiseziel eigentlich tabu, wurde angesteuert.
37 Jahre nach dem Mauerfall endet die Geschichte des einst in Schweden gebauten 160 Meter langen Schiffes. Zuletzt war es unter dem Namen "Astoria" unter portugiesischer Flagge unterwegs – bis es fahruntauglich wurde. Das geschichtsträchtige Schiff wurde in eine Recycling-Werft nach Gent geschleppt, wo es derzeit abgewrackt wird.
An Bord ist der Glanz aus früheren Zeiten schon lange vergangen. Der große Speisesaal ist entkernt. Die letzten Zimmer, ein Stockwerk tiefer, sind als Nächstes dran. Auch schon vorher war die "Astoria" nicht mehr als "MS Völkerfreundschaft" zu erkennen. Sie wird in unzählige Einzelteile zerlegt. Dennoch könne man den Wünschen vieler Menschen nach einem Andenken an das Schiff nicht nachkommen, bedauert der Leiter des Schiffsrecyclings der Werft Galloo, Peter Wyntin.
Insgesamt 12.000 Tonnen Material werden aus dem Schiff gewonnen, neben Stahl auch Holz, Glas und Plastik. Über 97 Prozent des Materials will Galloo recyceln. Der Prozess sei durchgetaktet und für jedes Schiff, egal ob es Frachten oder Menschen transportiert, fast identisch, sagt Wyntin. "Ich würde sagen, der einzige Unterschied ist, dass mehr Müll an Bord ist, weil es ein Kreuzfahrschiff ist."
Das Schiff war im schwedischen Göteborg gebaut worden und trug zunächst den Namen "Stockholm". 1948 hatte es seine Jungfernfahrt. Es war zuerst auf der Strecke zwischen Skandinavien und Nordamerika unterwegs. Am 25. Juli 1956 wurde die "Stockholm" durch ein trauriges Ereignis weltbekannt: Im dichten Nebel vor der nordamerikanischen Küste kollidierte sie mit dem italienischen Luxusliner "Andrea Doria". Dieser ging schließlich unter. 51 Menschen starben.
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Die DDR kaufte die "Stockholm" 1959 für rund 20 Millionen schwedische Kronen. 1960 stach das Schiff schließlich als "MS Völkerfreundschaft" ins Meer. 25 Jahre wurde das "Traumschiff der DDR" vom Freien Deutschen Gewerkschaftsbund (FDG betrieben, wie es auf der Seite DDR Museums in Berlin weiter heißt. Plätze an Bord waren demnach oft eine Belohnung für Arbeiter oder Parteiveteranen.
Luxus war durchaus ein Markenzeichen der "Völkerfreundschaft", auch wenn es ein Einklassen-Schiff war. Es gab ein Außen- und ein Innenschwimmbad, einen Frisiersalon, einen Rauchersalon, ein Veranda-Café mit großer Tanzfläche und auch einen Kinosaal für 180 Besucher. Auch ein Operationssaal und ein Röntgenlabor sowie ein Hospital mit sechs Betten waren vorhanden.
Es war das erste Schiff der kleinen DDR-Kreuzfahrtschiff-Flotte, zu denen auch die "Fritz Heckert" und die "Arkona" gehörten. Etwa 280.000 DDR-Bürger hatten das Glück, solch eine Seereise zu unternehmen. Viele nutzten diese auch für einen endgültigen Abschied aus der Heimat: "225 Passagiere und Besatzungsmitglieder flüchteten bei Landgängen oder durch tollkühne Sprünge (48) von Bord", listet das Schifffahrtsmuseum in Rostock auf. Das schwimmende Museum auf einem Schiff zeigt auf "Deck 3" auch große Modelle und Utensilien der DDR-Kreuzfahrtflotte.
Der damalige Matrose Schumann hat an das Jahr 1973 durchweg gute Erinnerungen. Dazu gehört auch die Zeit mit Fernsehkapitän Gerd Peters, der einem Millionen-Publikum in der DDR bekannt war und zeitweise das Kommando auf der "Völkerfreundschaft" hatte. "Der sah immer ganz schnieke aus. Und er war ein Partylöwe", erinnert sich Schumann. Auf dem FDGB-Urlauberschiff war Peters zunächst nautischer Offizier, später Kapitän.
Jungmatrose Schumann war einmal mit einem Kollegen zur "Nachtbrigade" eingeteilt, das hieß damals vor allem: Deck saubermachen. Weil es an Bord aber eine Disco-Veranstaltung geben sollte, wurden beide gefragt, ob sie nicht auch Musik auflegen könnten. Gesagt, getan. Aus dem Matrosen Schumann wurde in jener Nacht ein DJ.

Und da Fernsehkapitän Peters großer Fan von James Last war, legte er auch dessen Musik auf, sobald Peters in Sicht kam. "Und es dauerte nicht lange und auch Peters ist durch den Saal getanzt", berichtet Schumann.
1985 verkaufte die DDR dann das Schiff und ersetzte es durch die größere und viel modernere "Arkona". Wie das DDR-Museum schreibt, war die einstige "Völkerfreundschaft" dann unter wechselndem Namen und Eigentümern im Einsatz – als das am längsten im Dienst befindliche Transatlantik-Schiff der Welt.



2733 » Berndt Gückel
Die „V1“ geht aktuell ihren letzten Weg in den Schiffshimmel. Dort wird sie sehnlichst erwartet. Seit 70 Jahren schon. Von der „Andrea Doria“. Die hat noch ne Rechnung offen. Alles Gute „Völkerfreundschaft“.
Wer sich die Welt heute ankuckt, ahnte es ja schon länger: Es gibt nicht wirklich eine Zukunft für die Freundschaft der Völker.
Ahoi bis zum Treffen in Reinsberg. Dort wartet Lenin schon auf uns …

2732 » Michael Kluge
Am 06.04.2026 hat Kapitän Jürgen Karg ( u.a. MS "Stralsund" (2), MS "Glauchau", MS "Pritzwalk",
MS "Sigmund Jähn", MS "Fürstenberg" ) im Alter von 85 Jahren seine letzte Reise angetreten.
RIP

2731 » Michael Kluge
Am 28.02.2026 hat Kapitän Ernst Schomacker (u.a. II. Offz. auf MS "Freundschaft" und Kapitän der Fähre "Mecklenburg-Vorpommern" ) im Alter von 81 Jahren seine letzte Reise angetreten.
RIP

2730 » Michael Kluge
Am18.03.2026 hat Wolfgang Wentzel (u.a. PO auf MS "Prignitz" ) im Alter von 85 Jahren seine letzte Reise angetreten.
RIP

2729 » Kurt-Werner Langer aus Güstrow
Hallo, an alle die bei mir gelistet sind (Bordgeschichten),
Die Bücher werden eingetütet und gehen dann in die Post. Ich hoffe sie kommen alle noch diese Woche bei euch an,wenn die Post dann ausliefert,was ja manchmal ein kleines Problem sein kann.
Gruss
kuwela

2728 » Lothar Pantermöller aus Brunsbüttel
„Ms Blankenburg“ 22. Februar 1989 472sm vor „Pulau We“ Ost gehend
Die Abenteuer des Schiffsjungen Hein

Kommend vom Suez Kanal,
fuhr das Vollschiff Wal,
über die See,
mit Kurs auf Pulau We.

Der Schiffsjunge hatte vom Kap´tän erfahren,
dort waren,
und sind,
Piraten.

Er – Hein -, dachte, der spinnt,
da kann er lange warten,
daß ich das glaube.
Doch der Segelmacher mit Namen: Heinz Traube,
aus der Eifel,
ließ bei Hein keinen Zweifel.

Die Piraten soll es wirklich geben
und wolle man überleben,
muß man vorsichtig sein:
„Am besten du schließt dich ein!
Du kommst dann zwar nicht hinaus, die Piraten aber auch nicht hinein!“

Die Angst machte sich breit hinter der Stirn
und trieb Hein einen Gedanken ins Gehirn…

Er besorgte sich einen Besenstiel und ein Latte,
und fertigte nach einer Kladde,
die er selbst gezeichnet hatte,
ein Gewehr,
für den Kolben hielt ein Kantholz her.

Dann wurde es schwarz angepönnt,
und mit dem Namen: „Piratenschreck“ verschönt,
so nannte es Hein,
und malte noch einen Totenkopf hinein.

Heimlich hatte er es gebaut,
und sich keinem anvertraut.
Nachts bei Pulau We, schlich Hein sich an Deck,
hockte sich in ein Versteck,
aus Putzlappen, Tauwerk und Lukendreck.

Dort saß er dann mit seinem Gewehr,
langsam wurde die Augenlider schwer…



Plötzlich ist er aufgesprungen,
wäre der Schritt zur Seite nicht gelungen,
ein Säbel hätte seinen Kopf gespalten,
so mußte sein Gewehr herhalten.

Hein gab Fersengeld,
doch achtern wurde er von einem schlitzäugigen Kerl gestellt!

Der hatte nur ein Messer,
Hein war da besser,
der hatte noch sein halbes Gewehr,
er,
holte aus wie ein Bär
und wäre auch zum Schlag gekommen…

Benommen blinzelte er in die Sonne,
und fühlte welche Wonne,
einen Schmerz in der Wange,
die hielt sein Bootsmann in der Hand wie mit einer Zange.

Am Ohr,
zog er ihn aus seinem Versteck hervor,
daß Gewehr wurde von allen belacht,
daß hat Hein den Spitznamen: „Flinte“, eingebracht

2727 » Berndt Gückel
Achtung, Achtung … gesucht wird: Hans-Joachim Graupner, Old Sailor aus Plauen ..Nenee, keine Alimente … Von Barbara Eggert!
Sie hat noch alle Deine Briefe aus der Großen Weiten Welt … Zitat Barbara: „Ein schöner Mann. Und was für Briefe der schreiben konnte, 10 Seiten und mehr!"
Hans-Joachim, melde Dich mal!
Wir gehen sie am Sonntag besuchen, Kaffee & Kuchen & Seefahrt & Co.
Ahoi an Alle! Berndt

2726 » Michael Kluge
Info an Alle

Alle, die bis zu unserem ( voraussichtlichen ) letzten Treffen, noch ein neues Shirt haben möchten,
sollten die Bestellung umgehend nach altbekannter Weise über meine E-Mail-Adresse tätigen.

Micha Kluge

2725 » Berndt Gückel
Ahoi Melissa aus Port Alberni, British Columbia (Kanada),
sag Deinem Sohn einfach, sein Opa war einer der besten Seeleute der Welt. Geht gar nicht anders, bei DSR-Lines.
Und wenn er Glück hat, dann noch aus Sachsen, das wäre nicht mehr zu toppen
Dagegen sind Alimente Nachforderungen von 125.000 € ein Klacks.
Sollte Dein Sohn wirklich mehr über seinen Großvater wissen wollen, kuckstdu Bordgeschichten I – XXV …
Ganz liebe Grüße von einem ehemaligen MS Geringswalde Fahrer. Wie haben wir uns damals geärgert, dass wir nicht nach Nordamerika segeln durften. Aus heutiger Sicht: Ein spätes Glück!
Alles Gute, ich
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